Elbefahrt 2014

 

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Elbefahrt 2014

Hallo Freunde,

dank der Planung und Vorbereitung unserer lieben Ute gab es in diesem Jahr wieder eine tolle Rudertour, welche Ruderkameraden des ESV Schmöckwitz und des Koblenzer Ruderclubs Rhenania an die Elbe führte. Die Schmöckwitzer stellten die erforderlichen Boote und sorgten für die Logistik. Trotz intensiver Bootspflege mussten wir während der Tour einige Mängel feststellen, welche nun, nach Abschluss unserer Wanderfahrt in Angriff genommen werden.

Bei herrlichem Sonnenschein erfolgte die allgemeine Anreise. Um am nächsten Tag möglichst zeitig aufs Wasser zu kommen, fuhren wir die Boote gleich zur Einsatzstelle nach Pistany. Zunächst herrschte am vermeintlichen Startpunkt leichte Verwirrung, da man uns am Club Hotel Pistany abwies. Wir bekamen jedoch den Tipp, dass es auf dem benachbarten Campingplatz möglich sei, die Boote abzulegen. Ein Imbissbesitzer dort war so freundlich und hielt unsere Boote bis zum nächsten Tag unter Verschluss.

Die leichten Probleme, die wir bei der Anfahrt mit der Navigation hatten - der Ort Pistany wollte zunächst nicht in mein Navi - klärten wir leider am nächsten Morgen nicht mit unserem Busfahrer, so dass wir zunächst, statt am Wasser, auf einem Berg landeten. Auf unserer “Buspirsch“ durch Wald haben wir sicher nicht nur die Pilzsammler, sondern auch so manches Rehlein erschreckt. Der Busfahrer nahm unsere Anspielungen jedoch mit Humor. Gut fand ich seinen Ausspruch: “ein Busfahrer verfährt sich nicht - er findet höchstens neue Wege“. Es stellte sich sogar heraus, dass er früher einmal selbst im Ruderboot gesessen hatte.

Schließlich kamen wir doch in Pistany an und legten die Boote ein. Kurze Zeit später gleich der nächste Schreck. Die Bodenbretter der “Eger“ schwammen bereits nach 100 m auf dem Wasser frei - zum Glück nur die Ablassschraube, also Wasser raus, Ablassschraube rein und los. Das nächste Wasser kam von oben. Bei leichtem Nieselregen passierten wir die böhmische Pforte und fuhren damit in den schönsten Teil unserer Elbetour, die Böhmische Schweiz und das Elbsandsteingebirge. Je weiter wir uns unserem Tagesziel Decin näherten, umso mehr besserte sich auch das Wetter.

Die erste Etappe war für einige Ruderkameraden auch etwas anstrengend. So ließ sich nicht für jedes kleine persönliche Problem eine sofortige Lösung finden. Ich glaube aber doch im Sinne aller Beteiligten zu sprechen, dass die Tour für alle ein wunderbares Erlebnis war.

Zu leicht vorgerückter Stunde in Decin angekommen, wurden wir auch schon von unsrem Busfahrer erwartet, der auch mit anpackte, um die Boote sicher an Land zu bringen. Vor unserer Heimfahrt gab es zunächst im Veslařský klub Slávia Děčín“ ein zünftiges tschechisches Abendessen.

Der nächste Tag brachte eine neue Überraschung. Das Busunternehmen TRG schickte einen Busfahrer, der leider sehr sparsam war. Um 12 Euro Maut zu sparen, kutschierte er uns lieber 3 Stunden durch die Landschaft. Seine Fahrweise führte dazu, dass wir in Bad Schandau einen Zwischenstopp einlegen und Liane zu einem Arzt musste. Dieser gab jedoch Entwarnung und so konnten wir bei der Durchfahrt in Bad Schandau unsere “verlorenen Schäfchen“ wieder an Bord nehmen. Bei schönstem Wetter passierten wir die Bastei und den Königstein, um fast pünktlich beim Pirnaer Ruderverein anzulegen. Das etwas schwierige Anlegemanöver, die Steganlage befindet sich gleich hinter einer Brücke, wurde von allen Besatzungen gut gemeistert. Im Pirnaer Ruderverein wurden wir bereits von Basis ehemaliger Steuerfrau erwartet, die extra für uns schon Eierschecke besorgt hatte. Diese ließen wir uns auf der Vereinsterrasse, bei einer Tasse Kaffee schmecken.

Dann teilte sich die Truppe. Ein Teil fuhr schon nach Radebeul zurück, die Anderen bekamen einen kleinen Einblick in die Schönheit von Pirna in der Abendstimmung bei einem leckeren Essen auf dem Marktplatz.

Der Dienstag gestaltete sich wie im Wetterbericht angekündigt trübe und regnerisch. Kurz entschlossen verlegten wir unseren ruderfreien Tag auf diesen und eroberten mit ca. 20 kurzfristig bei Rossmann georderten Regenschirmen die Bastei von der Rückseite aus. Am Nachmittag machten wir dann noch einen Rundgang durch Dresden, um dann im “Yenidze“, eine ehemalige Zigarettenfabrik im Stil einer Moschee gebaut, zu Abend zu essen.

Am Mittwoch ging es nach dem Ruhetag zunächst wieder mit der Bahn nach Pirna. Während einige die Boote zurechtmachten, begab sich der größere Teil der Truppe noch zu einem Stadtrundgang. Dann endlich ging es wieder aufs Wasser. Nach dem Passieren von Schloss Pillnitz, kam auch schon bald Dresden in Sicht. Zwei Boote machten beim Dresdener Ruderverein halt, was die dortigen Ruderkameraden riesig freute. Die anderen Boote fuhren zum “blauen Wunder“, welches allerdings mehr grau als blau ist. Auf der Weiterfahrt in Richtung Radebeul gab es dann aber noch ein richtiges blaues Wunder in Form einer ordentlichen Dusche.

Weil dies nur ein kurzes Teilstück war - gerade mal 30 km - setzten wir uns zum gemütlichen Plausch an den großen Tisch vorm Bootshaus und leerten die Weinreserven. Später gab es ein außerordentlich gemütliches Abendessen im Gewölbekeller der „Alten Apotheke“ in Altkötschenbroda. Der Abend war so gut, dass “Bernie“ und Horst sogar ihre guten Basecapes dafür opferten oder sagen wir besser, diese am nächste Morgen vermissten. 

Nach Radebeul wurden die Orte nun zusehends kleiner und es schob sich immer mehr Landschaft zwischen die Orte. Der einzige größere Ort auf der Tour nach Riesa, war Meißen. Schon von weitem grüßte die Albrechtsburg und die Sonne tat ihr übriges, um die Stadt in einem guten Licht dastehen zu lassen. Nach Meißen, wieder Landschaft, durchmischt mit Schafen, Kühen und … einer Menge Kiebitze. Noch nie habe ich eine derart große Menge dieser possierlichen Vögel gesehen. Von andern, diese Gegend unsicher machenden Tieren, haben wir dagegen nur Hinweise ihrer Existenz zu sehen bekommen. Das waren die angenagten Bäume der Elbebiber.

Um euch nicht mit weiterer Landschaft zu langweilen, nun im Eiltempo weiter. Durch den Regen im Süden legte die Elbe ab Riesa sowieso etwas an Geschwindigkeit zu. Der Pegel stieg über Nacht um rund 10 cm.

In Riesa angekommen, mussten wir Ruderer beweisen, dass wir auch schnell laufen können. Es ging im Eilmarsch zum Bahnhof - Punktlandung! Selbst Matthias, der die Fahrkarten besorgte, schaffte den Zug noch - puh, das war knapp.

Von Riesa aus kamen wir schon bald an die alte Sächsisch-Preußische Grenze und dann auch nach Brandenburg. Zum Tagesabschluss gab es noch eine über den Torgauer Ruderverein organisierte Stadtführung - nachdem wir uns alle erst einmal trocken gelegt hatten, denn auf dieser Etappe begleiteten uns das letzte Drittel eine riesige Regenwand.

Ich kann nur sagen - Torgau, einer interessante Stadt, die nicht erst 1945 bekannt wurde, sondern auch schon davor so manchen Meilenstein in der Geschichte setzte.

Am letzten Tag unserer Elbefahrt wurden die Bootsbesatzungen noch einmal völlig neu gemischt. Bedingt durch die Überführung der Fahrzeuge nach Wittenberg konnten wir erst gegen Mittag starten und kamen natürlich auch mit entsprechender Verzögerung am Abend in Wittenberg an. Während die Fahrzeuge von Torgau geholt wurden, waren die anderen Teilnehmer damit beschäftigt, die Boote abzuriggern und noch vorhandene Reste an Essbarem und Getränken zu vernichten, was auch geraume Zeit in Anspruch nahm.

Ohne die Jugendherberge aufzusuchen, begaben wir uns dann auf direktem Weg ins vorbestellte Lokal. Obwohl wir den Wirt schon wiederholt vertröstet hatten, nahm er die Zeitverzögerung relativ locker und holte bei unserem Eintreffen seinen Bruder, so dass wir auch bald unser Abendessen hatten. Jedoch kam es nicht mehr zum gemütlichen Umtrunk in großer Runde. Alle verlangte es nach Dusche und Bett.

Am nächsten Morgen kam es gleich beim Frühstück schon zur Verabschiedung, was uns aber nicht davon abhielt, noch einmal auf Kultur zu machen und im Nahbereich auf Luthers Spuren zu wandeln und so den Abschied ein wenig in die Länge zu ziehen.

Vielleicht ist es ja möglich, in den nächsten Jahren diese Fahrt in der einen oder anderen Besetzung fortzuführen.

Bis dahin alles Gute

Micha K.

     

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Stand: 11.04.17